Bau des BE-Parkhauses verzögert sich

Der Eingangsbereich des Turnerheims ist in eine markante rote Fassade gehüllt (Foto: Westdörp/GN)
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5. Oktober 2016

Bau des BE-Parkhauses verzögert sich

Vor dem Euregio-Parkhaus halten die Busse der Bentheimer Eisenbahn

In fertigem Zustand soll das Parkhaus später mal so aussehen.

Wegen einer unerwarteten Torfschicht im Baugrund des Parkhauses an der Euregio-Klinik gibt es Verzögerungen.

Mittlerweile weithin sichtbar ist der Baufortschritt an dem rund fünf Millionen teuren Parkhaus vor der Euregio-Klinik an der Albert-Schweitzer-Straße in Nordhorn. Die Baukosten des Objekts erhöhen sich jetzt unerwartet. Bei den Gründungsarbeiten im Juli dieses Jahres zeigte sich für die Experten der Nordhorner LINDSCHULTE Ingenieurgesellschaft ein echtes Problem. Eine zwischen 30 und 60 Zentimeter dicke durchgängige „Torflinse“ im Erdreich des Baugeländes machte die Statikberechnungen für die Stahlträger-Betonkonstruktion zunichte.

Sowohl LINDSCHULTE als auch die LIG-Bau als Generalunternehmer reagierten sofort und planten eine komplette Änderung des Parkhaus-Fundaments. „Wir haben uns für Ortbeton-Pfähle entschieden, die im Abstand von 5,40 Meter in das Erdreich durch die Torflinse hindurch gesetzt wurden“, erklärt Thomas Garritsen, Geschäftsführer von LINDSCHULTE Ingenieure + Architekten. Bei den rund 150.000 Euro Mehrkosten verursachenden Gründungsaufwendungen galt es zudem auch, eventuell im Untergrund befindliche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg aufzuspüren.

„Für jeden der zu setzenden 200 Betonpfähle haben wir zwei bis drei Sondierungen bis in etwa sechs bis sieben Meter Tiefe vornehmen müssen“, sagte LINDSCHULTE-Geschäftsführer Garritsen, der in diesem Zusammenhang die „unbürokratische Zusammenarbeit“ mit dem Planungsamt der Stadt Nordhorn lobt.

Die Betonpfähle selbst konnten aufgrund der Nähe zur Euregio-Klinik nicht im klassischen lärm- und vibrationsintensiven Ramm- und Rüttelverfahren als Fertigelemente in den Boden eingebracht werden. „Mit Rücksicht auf Patienten, Mitarbeiter und elektronische Geräte haben wir darauf verzichtet und eine aufwendige Technik anwenden müssen“, so Garritsen weiter.

Eine spezielle Metallschnecke schneidet sich dabei pro geplantem Betonpfahl durch die Schicht der „Torflinse“ in das feste Erdreich darunter und verfüllt beim Herausziehen das entstandene Loch automatisch mit flüssigem Beton. „Wie bei einer medizinischen Spritze – nur andersherum“, veranschaulicht der Lindschulte-Geschäftsführer.

Joachim Berends, Vorstand der Bentheimer Eisenbahn AG, freut sich, dass der Zeitplan trotz der anfänglichen Bauverzögerung nicht zu sehr ins Wanken gekommen ist. „Ich gehe von einer Teilfertigstellung Mitte Dezember aus… Der von Landrat Friedrich Kethorn und mir versprochene Tannenbaum auf dem Dach des Parkhauses anlässlich der geplanten Eröffnung am 16. Dezember wird trotzdem zum Weihnachtsfest über dem Baukörper hängen – und leuchten“, bekräftigte Berends.

GN, 10.10.2016: Bau des BE-Parkhauses verzögert sich